Chronik

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr

Wolf / Mosel

 

Die Chronik der Feuerwehr Wolf ist immer eng mit der Geschichte des Ortes Verbunden. Trotz fehlender Aufzeichnungen lässt sie sich mit ziemlich großer Sicherheit zurückverfolgen.

Der Ursprung der heutigen Freiwilligen Feuerwehr liegt in der am 01. Januar 1907 einberufenen Pflichtfeuerwehr, welche bis zu ihrer Auflösung 70 Mitglieder zählte.

Abgelöst werden sollte die Pflichtfeuerwehr im Jahre 1925, deren Mitglieder am 01. Februar 1925 eine Freiwillige Feuerwehr gründeten.

Nachdem der „Provinzial Feuerverband der Rheinprovinz“ ein Gutachten erstellt hatte, wonach die „Voraussetzungen für die amtliche Anerkennung der freiwilligen Feuerwehr“ vorlagen, folgte am 05. November 1925 die Anerkennung der Freiwilligen Feuerwehr durch dem damaligen Regierungspräsidenten in Trier. Die Anschaffung von weiteren Geräten und Ausrüstungsgegenständen wurde zur Auflage gemacht.

Im ersten Jahr des Bestehens wurde sodann ein Schlauch- und ein Gerätewagen angeschafft.

In selbem Jahre ist die Entstehung eines Spielmannszuges mit Trommel, Trompeten und Flöten zu verzeichnen. Die Mitgliedern waren ausnahmslos Feuerwehrangehörige.

Die Aufgabe des Musikzuges war es, durch spielen des Signalrufes die Mitglieder der Wehr zu den Übungsstunden zu rufen.

Aus dem Spielmannszug formierte sich im Jahre 1928 die Feuerwehrkapelle Wolf. Sie setzte sich ebenfalls ausschließlich aus Mitgliedern der Feuerwehr zusammen.

Ausstattung und Ausrüstung der Pflichtfeuerwehr gingen in den Besitz der Freiwilligen Feuerwehr über.

Der nun gegründeten Wehr standen zwei Gerätehäuser mit jeweils ca. 20 qm Grundfläche zur Verfügung.

Hierin wurde das bereits vorhandene Gerät, eine Druckspritze, eine Saug- und Druckspritze, 5 Feuereimer, 9 Botten, 8 Strahlrohre, 200m Segeltuch, 2 Steigleitern, 3 Anstelleitern, 1 Dachleiter, 2 Feuerhacken, 3 Standrohre und Schlauchleitungen mit „rheinischem Normalgewinde“ untergestellt.

Die „Wasserbeschaffung“ erfolgte mit den Botten und Eimern aus der Mosel, oder aus den bereits vorhandenen 26 Hydranten.

Die Geräte wurden von Hand, oder mit Pferden die von Anwohnern der Gemeinde gestellt wurden, zur Brandstelle geschafft.

Um die Einsatzfähigkeit zu steigern, wurden regelmäßig „Frühjahrs- und Schauübungen“ durchgeführt.

Bei ihrer Gründung hatte die Freiwillige Feuerwehr 59 aktive Mitglieder. Davon gehörten 11 dem Vorstande an, und 6 begleiteten Führerstellen.

Die Wehr bildete einen Löschzug, der aus 18 Steigern, 15 Spritzmannschaften, 6 Hydrantenmannschaften, 4 Ortungsmannschaften, sowie 2 Samaritern bestand.

Um die Auflagen des Regierungspräsidenten zu erfüllen, wurden 1227,– Mark zur Anschaffung neuer Uniformen ausgegeben. Das Geld wurde teils aus Mitteln der Gemeinde, und teils aus den eigenen Mitteln der Feuerwehrkameraden aufgebracht. Nun standen jedem Feuerwehrkameraden zwei Garnituren bestehend aus Uniform, Helm und Gurt zur Verfügung. Ergänzt wurde die persönliche Ausrüstung durch Steigerseil, Axt und Laterne.

Als Wehrführer wurde Adolf Molz, als sein Stellvertreter Karl Krieger, von den Mitgliedern der Wehr gewählt, und durch den Regierungspräsidenten zum Brandmeister bzw. stellvertretenden Brandmeister ernannt.

Bürgermeister Marx war Kraft seines Amtes Leiter der Feuerlöschpolizei. Der Beigeordnete Marrem sein Stellvertreter.

Wolf hatte zu dieser Zeit 767 Einwohner, und 138 bewohnte Gebäude.

Bereits im Jahre 1925 ist der erste Einsatz der „Handspritze“ zu verzeichnen.

1927 wird ein Wolfer Bürger erstmals als inaktives Mitglied in die Feuerwehr aufgenommen.

Im November 1927 werden 521 Liter Most, der zuvor von den Feuerwehrkameraden „gelonnen“ wurde, für 1,30 Mark der Liter verkauft. Zwei Jahre später zahlt man 0,64 Pfennige für den Liter Most.

Der erste Ausflug der Mannschaft ist im Jahre 1928 registriert. Mülheim war Zielort.

Von 1928 an wird ein Kranz am Kriegerdenkmal abgelegt, und den gefallenen Kameraden des 1. Weltkrieges gedacht.

Bereits 1930 findet der traditionelle Familienabend der Feuerwehr statt.

Erstmals ist ein schriftlicher Nachweis über den Auftritt der Feuerwehrkapelle beim Wolfer Kirschenfest im Jahre 1930 zu finden.

Ausbildung von Samaritern im Rahmen eines Sanitätskursus in Bernkastel im Jahre 1932. Das hierfür benötigte Bindenmaterial muss von der Wehr finanziert werden.

Obwohl die Handspritze auch 1933 noch treue Dienste leistete, erfolgte in diesem Jahr die Anschaffung einer Motorspritze TS 6/6, die kurze Zeit nach ihrer Anschaffung bei einem Großbrand im Anwesen Melsheimer zum Einsatz kam.

1934 musste die Wehr erneut einen Großbrand bekämpfen. Dieses mal war das Anwesen Krieger betroffen.

Im Jahre 1940 löste Adolf Casper den alten Wehrführer Adolf Molz ab.

Während der Kriegsjahre wurde es zunehmend schwieriger den Brandschutz zu gewährleisten. Wie allerorts, mussten auch die Angehörigen der Wolfer Wehr zum Kriegsdienst an die Front.

In dieser Zeit gewährleisteten viele Frauen den Brandschutz in Wolf. Ihre Leistungsfähigkeit stellten sie im Jahre 1943 bei einem Großbrand in Anwesen Marchlewski-Emmerich unter Beweis.

Der Krieg hinterließ bei Wehr und Kapelle große Lücken.

Eine Reaktivierung der Wehr erfolgte im Jahre 1945 unter ihrem Leiter Adolf Caspers.

Die Mitgliedstärke war auf Anordnung der Besatzungsmacht auf 12 Mann beschränkt, und das Tragen der Uniformen war untersagt.

1951 übernahm Kurt Weirich für ein Jahr die Führung der Wehr. Ihm zur Seite stand als sein Stellvertreter Ewald Erbes.

Oskar Lorer war es dann, der 1952 das Amt des Wehrführers einnahm.

Im selben Jahr hatte die Handspritze bei einem Großbrand im Anwesen Melsheimer ihren letzten Einsatz. Die aus dem Jahre 1895 stammende Spritze ist bis zum heutigen Tage im Besitz der Feuerwehr in Wolf. Sie befindet sich in einem guten und funktionsfähigen Zustand.

Zwei Jahre später, 1954, wurde die Wehr mit einer neuen Motorspritze TS 8/8 ausgestattet. Zu diesem Zeitpunkt wurde Karl Kutsch neuer Stellvertreter des Wehrführers.

Zudem erfolgte in diesem Jahr eine Neuorganisation der Feuerwehrkapelle. Dieses wurde notwendig, da in dieser Phase die Feuerwehr und Kapelle ihre Arbeit außerhalb des eigentlichen Aufgabenbereiches intensivierte. Örtliche Belange und Tätigkeiten zum Gemeinwohl gehören seitdem verstärkt neben dem Brandschutz zum Betätigungsfeld von Wehr und Kapelle.

Schwere Regenfälle zu Pfingsten 1960 verursachten einen Bergrutsch auf der linken Moselseite in der Wolfer Gemarkung. Wieder war der Einsatz der Wehrmänner von Nöten.

Nützlich war die Anschaffung eines Tragkraftspritzenanhängers TSA der Firma Ziegler im Jahre 1961. Dieser ermöglichte von da an einen vernünftigen Transport der TS 8/8 samt dem notwendigen Zubehör.

Im Jahre 1962 hatten die Wehrmänner erneut einen Großbrand bei dem Anwesen Emmerich-Kirst-Camphausen zu bekämpfen.

Nachdem Wehrführer Oskar Lorer durch einen schweren Unfall den Tod fand, wurde Karl Kutsch 1967 neuer Wehrführer. Sein Stellvertreter wurde Manfred Michels.

1968 gab es zwei Einsätze der Wehr bei Großbränden. Beide Male war das Anwesen der Familie Schub betroffen.

Mit der Eingemeindung in die Stadt Traben-Trarbach im Jahre 1969, verliert auch die Feuerwehr ihre Eigenständigkeit. Seitdem ist Sie eine unter acht weiteren Feuerwehren in der Verbandsgemeinde.

Erneut wurde 1972 ein Führungswechsel in der Leitung der Wehr vorgenommen. Manfred Michels wurde neuer Wehrführer und Hartmut Emmerich sein Stellvertreter.

Im Jahre 1974 modernisierte und ergänzte man die Ausrüstung der Wehr. Eine weitere Tragkraftspritze TS 8/8 wurden angeschafft. Um die ideale Wasserquelle Mosel optimal nutzen zu können, wurde in diesem Jahr auch ein Schlauchanhänger beschafft. Von diesem Zeitpunkt an kann auch das Oberdorf mit Löschwasser aus der Mosel versorgt werden.

In den Jahren 1974 / 1975 wird die Schutzhütte und die Quelle „bei Laif“, auf dem Wolfer Berg errichtet.

Neuer Wehrführer wird im Jahre 1975 Horst Mitscher.

Die Wehr umfasste nun zwei Motorspritzengruppen, einen Steigertrupp und einen Hydrantentrupp. Insgesamt 36 aktive Wehrmänner und 18 Musiker.

Das 50-jährige Bestehen der Wehr wurde 1976 im Rahmen des Wein- und Kirschenfestes gefeiert.

Zwei Tage nach den Feierlichkeiten, am 30.06.1976 vernichtete ein verheerender Großbrand mehr als 7 ha Fichtenbestand im Distrikt Buchenwald. 16 zusätzliche Tanklöschfahrzeuge aus der Umgebung kamen der Wolfer Wehr zur Hilfe. Selbst Löschmannschaften und Fahrzeuge von der US-Airbase Hahn waren im Einsatz. Maßgeblichen Anteil daran, dass das Feuer unter Kontrolle gebracht werden konnte, hatten die Wolfer Bürger und Bürgerinnen. Sie transportierten den Großteil des Löschwassers mit ihren Traktoren und Spritzfässern zur Brandstelle.

Die bei diesem Großbrand gemachten Erfahrungen führten zu Überlegungen wie die Einsatzstärke der Wehr erhöht werden konnte. Um weitere Männer zur Brandbekämpfung mobilisieren zu können, nahm man wieder ältere und ausgeschiedene Kameraden als inaktive Mitglieder auf.

Da die Platzverhältnisse in den Gerätehäusern seit der Anschaffung der zweiten TS 8/8 und des TSA extrem beengt waren, entschloß man sich zum Bau eines neuen Gerätehauses. Dieses Vorhaben wurde 1978, unter erheblicher Eigenleistung der Wehrmänner und Mithilfe des SV Wildstein, in die Tat umgesetzt. Neben dem Gemeindehaus im Maiweg wurde einer der alten Geräteschuppen abgerissen, und an dessen Stelle eine modernes Gebäude errichtet. Es war in seiner Größe so bemessen, daß zwei Löschfahrzeuge darin Platz finden konnten. „Endlich haben wir richtigen Platz für unsere Geräte.“ Bezogen wurde das neue Gerätehaus am 19.05.79. Die offizielle Einweihung fand am 24.05.1980 statt.

Da die Kapelle unter akutem Personalmangel litt, nur noch 20 Musiker waren aktiv, wurde 1979 mit der Ausbildung von Jungmusikern begonnen. 35 Wolfer Kinder nahmen an der musikalischen Ausbildung teil. Hierzu wurden neue Instrumente angeschafft, und eigens ein Dirigent verpflichtet. Nach zweijähriger Schulung wurden die Jugendlichen in die Kapelle übernommen.

1981 war in zweierlei Hinsicht ein erfreuliches Jahr für die Feuerwehr in Wolf. Zu einem wurde am 12.06.1981 eine Jugendfeuerwehr gegründet. Ihr gehörten 17 Wolfer Jungs und Mädchen an. Die Ausbildung erfolgte auf Verbandsgemeindeebene in der Stützpunkwehr in Traben. 8 der Mitglieder wurden 1984 in den Dienst der Feuerwehr übernommen. Heute sind noch 5 der einstigen Jugendfeuerwehrmitglieder im aktiven Dienst der Feuerwehr Wolf.

Um den steigenden Anforderungen an den Brandschutz genügen zu können, wurde 1981 ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF der Marke VW mit Ziegler Aufbau beschafft. Die Indienststellung erfolgte am 26.11.1981.

Am 23.07.1983 erhält die Feuerwehr neue Uniformen.

Einen Tag nach dem Wein- und Kirschenfest, am 26.06.1984, wurde die Wehr um 07.00 Uhr zu einem außergewöhnlichen Einsatz gerufen. Ein Spritzhubschrauber war auf Höhe des Stromkilometers 111 in die Mosel gestürzt. Der Pilot konnte sich selbst befreien und wurde ohne wesentliche Verletzungen gerettet.

Um den Tragkraftspritzenanhänger nicht ziehen zu müssen, beschafft sich die Wehr aus eigenen Mitteln 1984 einen Traktor als Zugmaschine und kommt seitdem, mangels Unterstützung durch die Verbandsgemeinde, für die laufenden Kosten auf.

1985 wird Günter Comes stellvertretender Wehrführer.

1990 erhält auch die Feuerwehrkapelle wieder eine Uniform.

Nachdem Horst Mitscher aus altersgründen das Amt des Wehrführers niederlegen mußte, wurde am 15.04.1991 Günter Comes sein Nachfolger. Als Stellvertreter wurde Wilfried Emmerich gewählt.

Erneut beweisen die Wolfer Bürger ihre Hilfsbereitschaft bei einem Waldbrand am 27.08.1991. Zwei Hektar Mischwaldkultur fallen den Flammen zum Opfer. Mehrere Wehren der Verbandsgemeinden Bernkastel und Traben-Trarbach sind im Einsatz. Rund 140.000 Liter Löschwasser werden von Wolfer Bürgern mit 19 Traktoren zu der Gemarkung Schwarzrod transportiert.

23.11.1991 Großbrand im Anwesen Heydt. Das Feuer griff auch auf das angrenzende Gebäude des Wehrführers über. Nur durch die schnelle Errichtung der Wasserversorgung durch die Wolfer Wehr, konnte mit Hilfe der Wehren aus Kröv und Traben-Trarbach, schlimmeres verhindert werden.

Der „Große Felssturz“ von Kröv strapaziert auch Wolf und die Wehr für mehrere Tage. Um eine „Katastrophe“ zu verhindern, wurden eigens Sprengspezialisten aus der Schweiz eingeflogen. Weltweiter Medienrummel ging mit der Sprengung am 23.05.1992 in einer Rauchwolke der Enttäuschung auf. Die „erwartete“ Flutkatastrophe bleibt aus.

Im Sommer/Winter 1993 richtete sich die Feuerwehr die Kellerräume des Gemeindehaus im Maiweg her. Seitdem dient der Raum als Mannschafts- und Schulungsraum für Wehr und Kapelle.

Fröhliche Weihnachten? Pünktlich zum Weihnachtsfest hatte die Mosel am 23.12.1993 gegen 04.00 Uhr ihren Höchststand von 11,31 m erreicht, und begann wieder zu fallen. Die größte Flutkatastrophe seit 200 Jahren traf die Menschen an der Mosel schwer. Auch in Wolf waren erhebliche Schäden zu verzeichnen. Die Feuerwehr war für acht Tage pausenlos im Katastropheneinsatz.

Von der Hilfsbereitschaft und dem unermüdlichen Einsatz während des Hochwassers 1993 beeindruckt, stiftete die Familie Meisenberg aus Köln, im Sommer 1994 der Wolfer Wehr ein gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug und rüstete es aus. Das LF 8 von Mercedes wurde durch Wehrmitgliedern in mehreren hundert Arbeitsstunden restauriert und instandgesetzt. Die Unterhaltung des Fahrzeuges erfolgt bisweilen aus eigenen Mitteln der Wehr.

Wenig erfreulich ist die Erinnerung an den August 1994. Bei einer Übungsfahrt kam es zu einem Unfall mit dem TSF. Ein Sachschaden von mehr als 20.000 DM entstand. Ernsthaft verletzt wurde glücklicher Weise niemand.

Durch eine günstige Gelegenheit konnte die Wehr im Sommer 1994 eine Anhängeleiter AH 12 erhalten. Lediglich die Transportkosten mußten übernommen werden.

Nach dem Jahrhunderthochwasser von 1993 drohte 13 Monate später eine erneute Flutkatastrophe. Dieses mal waren die Menschen jedoch nicht von der Höhe des Wasserstandes überrascht. Sie hatten sich besser vorbereitet, so dass größere Schäden vielmals vermieden werden konnten. Mit 10,35 m erreicht das Hochwasser die Marke des Vorjahres nicht.

Durch dieses Hochwasser von der „Umwelt abgeschnitten“, war die Wolfer Wehr wieder einmal auf sich alleine gestellt. In Selbsthilfe, noch während des Hochwassers, wurde ein Boot beschafft. Der Dank der Wolfer Bürger schlug sich in zahlreichen Spenden nieder.

Um die Wehr und Kapelle samt deren Eigentum an Geräten und Instrumenten zu sichern, wurde im März 1995 ein Förderverein gegründet. Sein Ziel ist es die Feuerwehr und die Feuerwehrkapelle zu unterstützen, und für ihre Ziele zu werben.

Eine dritte Tragkraftspritze TS 8/8, gestiftet von der Feuerwehr Gütersloh-Verl vervollständigte die Ausstattung der Wehr im Mai 1995.

1996 hat die Wehr 31 aktive Mitglieder. Drei der Mitglieder sind dienstverpflichtet, und leisten hier ihren Wehrersatzdienst. In der Jugendfeuerwehr sind 12 Kinder aktiv. In der 1994 gegründete Altersabteilung sind 8 Kammeraden organisiert. Die Kapelle hat zu dieser Zeit ebenfalls 31 Aktive in ihren Reihen. Hinzu kommen 11 Kinder, die sich in der Ausbildung durch die Kreismusikschule befinden.

Anfang 1997 gibt Günter Comes trotz seines noch jungen Alters sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab. Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Wilfried Emmerich. In dessen Amt rutschte Lutz Gass nach.

An Geräten stehen der Wehr heute ein Löschgruppenfahrzug LF8, ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF, ein Tragkraftspritzenanhänger TSA, eine Zugmaschine der Marke Güldner, ein Schlauchanhänger BSA, eine Anhängeleiter  AH 12 und ein Mehrzweckboot MZB nebst notwendiger feuerwehrtechnischer Ausrüstung zur Verfügung. Diese wurde ebenfalls durch Eigenanschaffungen (z.B. Atemschutzgeräte von der aufgelösten Kat-schule Burg) vervollständigt.

In den letzten Jahren waren nur noch gelegentliche kleinere Einsätze zu bewältigen. Hier ist besonders die Rettung einer Person, die während eines Rockkonzert am Wolfer Kloster einen Steilhang abgestürzt war, hervorzuheben. Erst nach 3 1/2 Stunden konnte die junge Frau gerettet und ins Krankenhaus Wittlich abtransportiert werden.

Anfang 2001 gibt Lutz Gass seinen Posten als Stellvertreter des Wehrführers aus beruflichen Gründen ab. Sein Nachfolger wird Siegfried Schaper.

Als am 11. September die Welt durch die Terroranschläge von New York und Washington erschüttert werden und die Zahl der verstorbenen Feuerwehrleute bekannt wird , rollt auch durch die Verbandsgemeinde Traben – Trarbach eine Welle der Hilfs- bereitschaft. Neben Gedenkgottesdiensten wird auch eine große Spendenaktion durch den Wehrleiter Erich Caspari ins Leben gerufen. Die Initialzündung stammt jedoch von Frank Mittelmann, einem Kameraden des Löschzug Traben. Er hat persönliche Verbindungen zu einem Feuerwehrmann in New York. Die Aktion wird ein voller Erfolg und so kann eine Abordnung die fast 7500 Euro bei einem Besuch “drüben” persönlich überreichen.

Im Dezember 2001 liegt die Vermutung nahe, das ein Brandstifter sein Unwesen treibt. Innerhalb von vier Tagen brennt es dreimal. 16.12. um 11:30h brennt eine Forstschutzhütte auf dem Wolfer Berg. Auch hier wird das Löschwasser mit Traktoren und Spritzfässern zur Einsatzstelle gebracht. Tags darauf 6:ooH selbe Stelle, selbe Welle. Dann ist ein Tag ruhe und am Mittwoch 18.12. 6:00h brennt ein Holzstoß und mehrere Bäume auf einem Anwesen auf dem Koppelberg. Nur der rasche Einsatz der Wehren aus Wolf und Traben-Trarbach kann ein übergreifen auf das nur 2m daneben stehende Wohnhaus verhindern. Als kurz darauf ein Pärchen unter dem Verdacht der Brandstiftung in über zehn fällen mit Millionenschäden festgenommen wird, hören auch in Wolf die Brände auf.

2002 ist ein relativ ruhiges Jahr wenn man von einer Personensuche und einem Schuppenbrand außerhalb des Dorfes absieht. Trotzdem ist die Wehr pausenlos im ”Einsatz” um das Fest zum 77jährigen Bestehen vorzubereiten, da man sich entschlossen hatte, nicht 75er wie alle sondern 77er zu feiern.

Heute hat die Wehr in Wolf 935 Einwohner zu betreuen. Den Jugendhof und den Ortsteil Koppelberg mit eingerechnet.

Unser 77-jähriges Bestehen möchten wir als Gelegenheit nutzen, all denjenigen unseren Dank auszusprechen, die Wehr und Kapelle in den Jahren seit ihrer Gründung unterstützt und gefördert haben. 

Bildquelle Kloster Lokale Bildarchiv